Foto: nicht gereinigter und völlig verkeimter Wechselfilter

Vernachlässigte Hygiene und rechtliche Folgen

Eine vernachlässigte Hygiene in Trinkwasseranlagen kann für Sanitär-Installateure oder Betreiber rechtliche Konsequenzen haben!

Nach §24 der TrinkwV macht sich derjenige strafbar, der vorsätzlich oder fahrlässig Wasser abgibt oder anderen zur Verfügung stellt, das nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht.

Weiterhin macht sich strafbar, wer durch eine vorsätzliche Handlung Krankheiten oder Krankheitserreger (u.a. auch Legionellen) nach §6 und §7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) verbreitet.
Die entsprechenden Strafvorschriften sind in den §74 und §75 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) geregelt und sehen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen vor.


Foto: Bakterien (stark vergrößert)

Trinkwasserverordnung

Die neue Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gilt seit dem 01. Januar 2003 in Deutschland. Sie dient der Umsetzung der Richtlinie 98/83/EG des Rates vom 03. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch.

Mit der neuen Verordnung wurden nicht nur die Grenzwerte aktualisiert und auf europäischer Ebene vereinheitlicht, sondern auch Begriffsbestimmungen konkretisiert und der Geltungsbereich der Verordnung neu definiert. Pflichten und Verantwortlichkeiten sowie die Überwachung wurden überarbeitet und zum Teil neu geregelt. In diesem Zusammenhang sind auch die Kapitel Straftaten und Ordnungswidrigkeiten von Bedeutung.

Nach Schätzung des Robert-Koch-Institutes
erkranken in Deutschland jährlich
6.000 bis 10.000 Menschen
an der Legionärskrankheit.


Foto: Legionellen

Legionellen?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien und natürlicher Bestandteil des Süßwassers. Eine Infektion mit Legionellen erfolgt beim Menschen, wenn er legionellenhaltige Wassertröpfchen bzw. Wassernebel (Aerosole) einatmet und sein Immunsystem geschwächt ist. Solche Aerosole können beim Betrieb von Duschen, Whirlpools oder Klimaanlagen auftreten.

Legionellen können beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder auslösen, das Pontiac-Fieber und die sogenannte Legionärskrankheit.

Legionellen gehören zu den Krankheitserregern, deren Nachweis im Zusammenhang mit einer akuten Infektion namentlich meldepflichtig ist nach §7 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IfSG), das am 01. Januar 2001 in Kraft getreten ist.

Optimale Lebensbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 30 und 45° C vor. Hier findet eine massenhafte Vermehrung statt. Oberhalb von 50° C tritt eine Wachstumshemmung ein, ab 60° C schließlich sterben Legionellen allmählich und über 70° C sehr schnell ab.
Besonders kritisch sind diejenigen Bereiche der Trinkwasserinstallation, in denen Warmwasser im Temperaturbereich zwischen 30 und 45° C stagniert. Diese Bereiche findet man nicht nur in abgekühlten Warmwasserleitungen, sondern auch in schlecht isolierten Kaltwasserleitungen, bei Überdimensionierungen oder falschen Rohrverlegungen. Zur Verminderung des Legionellenwachstums durch fachgerechte Planung, Errichtung und Betrieb von Trinkwasserinstallationen siehe DVGW-Arbeitsblätter W551 und W553.
Ebenso nachteilig sind die Bildung von Schlamm, Kalkablagerungen und/oder Inkrustationen im Installationssystem, wodurch die Rohrinnenoberflächen erheblich vergrößert werden und riesige besiedelbare Oberflächen entstehen.